Kleinkläranlagen

In Deutschland sind rund zwei Millionen Haushalte nicht an das öffentliche Abwasser-Kanalnetz angeschlossen. Die Entsorgung des Abwassers erfolgt in den meisten Fällen über Kleinkläranlagen. VKA DE6 1-6 EW

Neue Vorschriften zum Betrieb der Anlagen verlangen, dass die Abwasserqualität regelmäßig überprüft werden muss. Bei bestehenden Mehrkammer-Ausfaulgruben mit anschließender Verrieselung gibt es diese Möglichkeit nicht. Diese Kläranlagen müssen jetzt durch neue vollbiologische Systeme ersetzt bzw. - wenn die Gegebenheiten es zulassen - umgerüstet werden.

Aus Kostengründen sind Systeme mit dem SBR-Verfahren (SBR = sequencing batch reactor) weit verbreitet. Das SBR-Verfahren ist eine Variante des Belebtschlammverfahrens. Wahlweise werden zwei verschiedene Rüstsätze angeboten.

 

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So funktioniert eine Kleinkläranlage

Vorklärkammer

Das Abwasser fließt in die Vorklärkammer der Kleinkläranlage. Das große Volumen dieser Kammer bewirkt eine Absenkung der Fließgeschwindigkeit des Abwassers. Dies und ein langer Fließweg maximieren die Zeit, in der sich das Abwasser in der Vorklärkammer befindet, welches die Absetzrate der absetzbaren Stoffe verbessert. Bei der Sedimentation setzen sich schwerere Feststoffe am Boden der Kammer ab, wo sie Primärschlamm bilden. Gleichzeitig schwimmen leichtere Feststoffe, Fette oder Öle an der Oberfläche auf, wo sie eine Schwimmschlammschicht bilden. In der Vorklärkammer werden bis zu 70 % der Feststoffe entfernt. Anaerobe Abbauprozesse setzen ein und verbessern bereits die Wasserqualität. Ein System von Schikanen sorgt dafür, dass der Schlamm und schwimmende Stoffe nicht aus der Vorklärung in die Belüftungszone gelangen und nur das Abwasser weiter geleitet wird. Mit einem großen Schlammspeicher können die Entschlammungsintervalle vergrößert werden.

Belüftungskammer

Phase zwei findet in der Belebungskammer statt, wo durch getauchte Belüftung Prinzipien des Biofilms und des Belebtschlammprozesses kombiniert werden. Große Mengen von natürlich vorkommenden Bakterien besiedeln speziell dafür entworfene Filtermedien aus Kunststoff. Diese Filtermedien haben eine große Oberfläche und sind innerhalb der Belebungszone aufgehängt. Während das Wasser langsam durch den Filter fließt, ernähren sich die Bakterien von dem Abfall und beseitigen ihn auf diese Weise aus dem Wasser.
Diese Bakterien benötigen Sauerstoff; daher sorgt ein Verdichter, der oben am Behälter eingebaut ist, ständig für große Luftvolumina unter niedrigem Druck. Die Luft wird durch ein diffuses Belüftungssystem eingebracht, welches die Luft in kleine Bläschen aufbricht, während sie die Belüftungszone durchquert. Die ständige Zirkulation innerhalb der Belüftungszone sorgt dafür, dass das Wasser wieder und wieder die Filtermedien durchläuft und bewirkt auf diese Weise eine sehr hohe Behandlungseffizienz. Die geklärte Flüssigkeit fließt dann in die Absetzkammer.

Absetzkammer

Beim Abfließen der Flüssigkeit in die Absetzkammer können kleine Mengen von Bakterien mitgeschwemmt werden. Bevor das Wasser aus dem System ausgeleitet wird, müssen diese Feststoffe aus dem Wasser entfernt werden. Indem die Fließgeschwindigkeit gesenkt und der Fließweg maximiert werden, bewirkt man die Sedimentation der Bakterien am Boden des Tanks, wo sie Schlamm bilden. Dieser Schlamm wird dann mit einem Schlammrückführungssystem zurück in die Vorklärkammer gepumpt. Das übrige behandelte Wasser erfüllt nun die geforderten Grenzwerte und kann aus der Tricel Novo Anlage ausgeleitet werden.

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